Weniger Stress = weniger Kopfweh

© sebra Adobe Stock278231901

Kann es sein, dass wir vor lauter Stress manchmal nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht? Dass sich dieses so gesehen "orientierungslose", von Aufgaben überschwemmte, Körperteil in den Schmerz "flüchtet"? Ja, das kann sein – und ist vermutlich viel häufiger, als bislang vermutet, der Fall. Es gibt einige "Ventile", durch die unser Körper versucht, Dampf abzulassen, wenn sich hohe Anforderungen im Privat- und/oder Berufsleben häufen, stauen, wenn die Phasen der Anspannung zu lang und die Pausen zu kurz sind … Rücken und Kopf sind beliebte Orte, um der überhöhten psychischen Belastung eine Plattform zu bieten.
Zwar gibt es über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, doch der Spannungskopfschmerz (bezeichnender Weise auch Stresskopfschmerz genannt), ist der Verursacher etwa drei Viertel aller Kopfschmerzen! Spannungskopfschmerzen treten gern an den Seiten auf und haben etwas Drückendes, Einengendes – aber auch der Stirnbereich bleibt häufig nicht verschont und Betroffene beschreiben das Gefühl, als würde der Kopf durch ein Band oder einen zu engen Hut eingeschränkt. Auch von einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit der Schädelmuskulatur wird berichtet sowie von einer leicht reduzierten Beweglichkeit im Nackenbereich; dass psychische Anspannung auch Verspannungen im Schulter-Nackenbereich verursachen kann, kann hier erschwerend hinzukommen.  Die Beschwerden können sowohl episodisch/sporadisch als auch chronisch (an mindestens 15 Tagen pro Monat, seit mindestens drei Monaten) auftreten. Im Gegensatz zur Migräne sind sie nicht pulsierend, sondern neigen eher dazu, im Laufe des Tages zur vollen Stärke aufzulaufen. Gerne kommen sie als Begleiter von eben Stress und psychischer Belastung, nicht selten auch flankiert von Ängsten oder sogar depressiven Zuständen; zehn Prozent der von Spannungskopfschmerz Geplagten leiden zusätzlich unter Migräne.


Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?
  • Körperliche Aktivität verschlimmert den Spannungskopfschmerz nicht, sondern ist eher geneigt, einen Ausgleich zu schaffen; insbesondere bewegte Aufenthalte in freier Natur können diesen lindern oder sogar verhindern.
  • "Wer schläft, sündigt nicht" – und wer schläft, ist währenddessen nicht gestresst; ausreichend Schlaf in der Nacht ist wichtig für einen klaren, sprich schmerzfreien, Kopf am Tag.
  • Das Gespräch mit einem Arzt oder einem Psychotherapeuten trägt dazu bei, individuelle Taktiken und Methoden zur Schmerzvermeidung und -bewältigung zu entwickeln. Im Vorfeld ist das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs erforderlich, um den Ursachen auf die Spur zu kommen.
  • Bei akutem Auftreten von Spannungskopfschmerzen leisten auch schmerzstillende Medikamente sehr gute Dienste; zum ständigen Begleiter (etwa bei chronischem Kopfschmerz) sollten diese aber nicht werden.

Empfehlungen

  1. 1
  2. 2

Weitere Artikel

  • Musik hören, um Stress zu bewältigen

    Musik hören, um Stress zu bewältigen

    Musik ist seit langer Zeit quer durch Kulturen und gesellschaftliche Schichten ein wichtiger Bestandteil des Lebens und aus dem Alltag kaum wegzudenken. Dabei hat sie auch nachweislich positive Effekte.

  • Viel Trinken – aber was?

    Viel Trinken – aber was?

    Wasser ist Leben – es ist klar, dass ohne genügend Flüssigkeit unser Stoffwechsel nicht funktioniert, sich unser immer dickflüssiger werdendes Blut mithilfe erhöhten Drucks durch die unsere Blutgefäße quälen würde.

  • Ihr Apotheker - der Ansprechpartner für Wechselwirkungen

    Ihr Apotheker - der Ansprechpartner für Wechselwirkungen

    Medikamente sind ein Segen – sie helfen uns, gesund zu werden oder zu bleiben. Doch manchmal, wenn verschiedene Arzneien und Wirkstoffe aufeinandertreffen, tun sie nicht mehr, was sie sollen.

  • Unreine Haut in der Schwangerschaft

    Unreine Haut in der Schwangerschaft

    Als ob man als werdende Mutter nicht schon genug „Opfer“ bringen würde – schätzungsweise an die 40 Prozent der Angehörigen dieser Personengruppe entwickeln zudem Hautprobleme.

  • Fit im Alter – ohne Bewegung keine Chance

    Fit im Alter – ohne Bewegung keine Chance

    Mit zunehmendem Alter nimmt die körperliche, aber auch die geistige Leistungsfähigkeit ab. Schuld daran sind ganz natürliche Prozesse, die bereits lange vor dem Rentenalter einsetzen.

  • Im Sommer ist die Haut im Stress

    Im Sommer ist die Haut im Stress

    So schön der Sommer mit warmen Temperaturen und vielen Sonnenstunden auch ist, ist er eine Herausforderung für die Haut. Die UV-Strahlung der Sonne ist am stärksten, das Risiko für Sonnenbrand entsprechend hoch.

  • Erste Hilfe bei Wespenstichen

    Erste Hilfe bei Wespenstichen

    Sommer – Sonne – Wespenstich! Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) macht ihrem Namen alle Ehre. Sie scheinen nach dem Grundsatz „Angriff ist die beste Verteidigung“ zu handeln.

  • Pilzinfektionen im Intimbereich

    Pilzinfektionen im Intimbereich

    Ob „Männlein“ oder „Weiblein“ – beide sind vor Pilzinfektionen im Genitalbereich nicht sicher. Allerdings haben die Damen der Schöpfung hier eindeutig „die Nase vorn“: Etwa zehnmal so häufig sind sie betroffen.