Bandscheibe - gereizte Nerven entlasten

Rückenschmerzen werden mehr und mehr zur Volkskrankheit. Manchmal kann auch ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken, bei länger anhaltenden Rückenschmerzen ist es daher sinnvoll, den Arzt aufzusuchen. Auch wenn die Rückenschmerzen in andere Bereiche abstrahlen, lässt man die Ursache besser abklären. Symptome eines Bandscheibenvorfalls können auch Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln sein, auch wenn sich die Schmerzen zum Beispiel beim Husten oder Niesen verstärken, kann dies mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung stehen.

Umgekehrt kann ein Bandscheibenvorfall auch ohne Schmerzen verlaufen. Grundsätzlich heilt er bei vielen Betroffenen innerhalb von einigen Wochen ohne weitere Komplikationen von alleine wieder ab. Es ist jedoch auch möglich, dass der Vorfall im Anschluss Druck auf einen Nerv ausübt und dann für weitere Schmerzen sorgt.

Zu einem Bandscheibenvorfall kommt es dann, wenn eine der Bandscheiben, die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen, sich verschiebt und dabei, wie die Bezeichnung vermuten lässt, nach vorne fällt.

Das Risiko für einen Bandscheibenvorfall steigt zwar mit zunehmendem Alter, doch auch bei jüngeren Menschen kann er auftreten. Risikofaktoren sind zum Beispiel ständiges Sitzen und ein Bewegungsmangel, Übergewicht, aber auch schweres Heben, vor allem, wenn das Heben falsch ausgeführt wird.

Zwar können Bandscheibenvorfälle jeden Bereich der Wirbelsäule betreffen, die häufigste Variante ist jedoch ein Vorfall in der Lendenwirbelsäule, also im unteren Drittel der Wirbelsäule. Dementsprechend drückt die Mehrheit der Bandscheibenvorfälle, wenn es überhaupt zu Druck auf einen Nerv kommt, auf den Ischiasnerv. Die Folge sind Schmerzen in den Beinen, die bis in den Fuß strahlen können.

Halten solche Schmerzen zu lange an, können sie schließlich chronisch werden. Deswegen ist es wichtig, die Nervenschmerzen zu stoppen. Im Zuge eines Bandscheibenvorfalls sollte man sich grundsätzlich weiterhin bewegen und nicht zu viel Ruhe halten, damit die Muskulatur nicht zu sehr abbaut und in der Folge andere Beschwerden auftreten. Kurzfristig kann aber die sogenannte Stufenlagerung oder auch Entlastungshaltung helfen. Dabei liegt man auf dem Rücken und legt die Beine so hoch, dass sich zwischen Ober- und Unterschenkel ein Winkel von 90 Grad bildet. Diese Lagerung kann den betroffenen Nerv für den ersten Moment entlasten.

Bei Nervenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall gibt es auch die Möglichkeit, eine Therapie mit Schmerzmitteln zu starten. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die mit dem behandelnden Arzt individuell abgeklärt werden. Auch bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln ist es wichtig, dass sie nicht in zu hoher Dosierung oder über längere Zeit eingenommen werden.

Um Ischiasbeschwerden zu lindern, die als Folge eines Bandscheibenvorfalls auftreten, gibt es neben Schmerzmitteln noch weitere Formen der Behandlung. Dazu zählen beispielsweise Massage und Akupunktur. Auch die Anwendung von Wärme und Kälte in Form von heißen Bädern, Infrarot-Bestrahlung oder kalten Umschlägen kann unter Umständen zielführend sein. Wärme gilt in erster Linie als hilfreich, wenn Muskeln verspannt sind, Kälte wird gegen die Reizungen der Nerven eingesetzt.

Eine weitere Form der Behandlung ist die Ultraschalltherapie, die dazu dienen soll, das Gewebe zu lockern.

Häufig werden Bandscheibenvorfälle auch mithilfe von Ergotherapie behandelt. Die Rückenmuskeln zu stärken und die Wirbelsäule damit zu schützen, heilt nicht nur den Bandscheibenvorfall als solchen. Ist die Bandscheibe wieder an Ort und Stelle und nicht mehr verschoben, entlastet auch das die schmerzenden Nerven, da der Druck dann wieder wegfällt.

Eine besonders gefährliche Form des Bandscheibenvorfalls ist das Kauda-Syndrom, das schnellstmöglich operiert werden muss. Dazu kommt es, wenn eine Bandscheibe im unteren Rückenbereich so weit verschoben ist, dass die Nerven im unteren Teil des Rückenmarks gequetscht werden. Neben einem Taubheitsgefühl der Haut kommt hier dazu, dass der Betroffene die Entleerung von Blase und Darm nicht mehr richtig oder auch gar nicht mehr kontrollieren kann. Ohne eine Operation drohen hier dauerhafte Schäden der betroffenen Nerven.

Wichtig ist, dass man den Arzt bei einem vorhandenen Bandscheibenvorfall immer informieren sollte, wenn Nervenschmerzen zunehmen oder wenn es zu weiteren Symptomen kommt, vor allem zu einem Kribbeln im betroffenen Bereich oder auch zu Taubheitsgefühlen.

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